Vom PhoeniX zum Carthago - geht das gut? - Reisen mit dem Reisemobil

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Der Abstieg?

Der Caravansalon 2017 bot uns einige Überraschungen. Gerne wollten wir unseren Phoenix Händler von der Firma Orthos treffen. Er war leider nicht anwesend und so konzentrierten wir uns auf den Support für unsere belgischen Spyderfreunde und gingen gemeinsam zum Carthagostand. Kaum angekommen lernten wir den Geschäftsführer von Mareien-Caravaning kennen. Die Lage seines Handelplatzes in der Nähe von Aachen passte genau zu den Bedürfnissen unserer Belgier. Nach langen Gesprächen und vielen guten Informationen bestellten die zwei ein neues Reisemobil. Lieferung April/Mai 2018.

Durch meine Phoenix - 'Betriebsblindheit' hatten wir den Blick für andere Hersteller verloren. Bei unserer Unterstützung für unsere Spyderfreunde bemerkten wir, dass Carthago in den vergangenen Jahren riesige Schritte in Richtung guter Qualität vollzogen hatte. Ja, wir waren von der Innovation angetan. Eigentlich wollten wir ja einen neuen Phoenix - Liner ordern. Der Zufall (Schicksal) wollte es nun, dass wir auch auf einen Carthago - 'Liner' erpicht waren. Auch der Partner unserer Belgier schaffte eine vertrauenswürdige Basis für weitere Gespräche nach unserer Spanienreise im Herbst 2017. Im November fuhren wir also nach Aldenhoven bei Aachen und führten unsere Gespräche fort. Abschließend wurden wir uns am Tag - 2 fair handelseinig. Der Phoenix Alkoven wurde von uns nochmals bei MAN gecheckt und ein neues Fahrertürschloss (innere Mechanik klemmte) eingebaut, bevor wir das Mobil Anfang Dezember an die Firma Mareien-Caravaning, natürlich gründlich gereinigt, als Inzahlungnahme übergeben haben. Selbstverständlich haben wir von der Firma Mareien über den Phoenixwert eine Bankbürgschaft, gültig bis zum Übernahme des neuen Carthago Reisemobils, bei der Abholung hier in Kluse erhalten. Auch nachdem einige Wochen ins Land gezogen sind, halten wir unsere Entscheidung für richtig und gut. Traurig ist nur die Tatsache, das wir viele neue Bekanntschaften und einige neue Freundschaften aus dem Phoenix - Reisemobilclub hinter uns lassen müssen. Der Club mit seiner guten Führung und den vielen tollen Treffen ist eine sehr positive Erfahrung für uns gewesen. Das Leben geht ja weiter und man trifft sich sicherlich auf anderen Ebenen.....


Der Verkauf des Phoenix-Reisemobiles über unseren Händler ging dann nach einigen Wochen über die Bühne. Dem neuen Besitzer wünschen wir viel Freude und Spaß mit dem Reisemobil.

Ob der Einstieg bei einem Carthago nun ein Abstieg für uns wird, wird die Zukunft zeigen. Wirtschaftlich ist es zu unserer Zufriedenheit und auf jeden Fall ein kleiner 'Klassenunterschied' geworden. Wir werden nun einen IVECO Daily fahren und dazu noch unseren ersten Vollintegrierten. Längsbetten im Heck soll das rückenschonende Ein- und Aussteigen erleichtern. Viele andere Optionen erhöhen nochmals den Komfort und komplettieren unsere Bedürfnisse im Alter.

Immer wieder wird bei uns nachgefragt, was nach den vorherigen sehr individuellen Reisemobilen uns an einem Serienfahrzeug von Carthago überzeugen konnte. - Grob gesagt, ist es das Gesamtbild aus unseren 'Bedürfnissen' heraus. Im Einzelnen ist es das Erscheinungsbild. Eine formschöne Front und auch das GfK-Heck hat uns zugesagt. Dazu ein durchdachtes Stauraumkonzept, die wunderbaren Klappen ohne sichtbare Scharniere mit einer Zentralverriegelung. Die technische Ausstattung für Wasser, Abwasser und die Möglichkeit zusätzlich einen Fäkalientank zu ordern. Bei der Energie-Ausstattung werden wir nachbessern müssen....(Es fehlt die Möglichkeit gleich Lithium-Akkus mit entsprechender Ladetechnik zu bestellen) obwohl das Lichtkonzept mit den vielen LED-Leuchtkörpern wieder enorm punktet.
Die Innenausstattung mit einem ansprechendem profesionellen Möbelbau und auch das Bad mit den anschließenden Längs-Einzelbetten mit tollen Staumöglichkeiten für Klamotten unterhalb der Betten überzeugten uns. Die Möglichkeit auch ohne Hubbett mit einer Sky Dream Comfort Variante zu bestellen. Eine Alde-Heizung ist wieder an Bord und dazu noch mit Fußbodenheizung.
Äußere Merkmale: Aufbau in silber, GfK-Bach, Boden GfK/GfK, formschöne seitliche Rundung am Dach mit anprechender Markisen-'Implantierung'. Beim gewählten IVECO-Chassis gibt es reichlich Zuladungsreserven mit dem 6,7 t Chassis. Mit der Anhängerkupplung können bis zu 3,5 t gezogen werden. Wunderbare ZF-Automatik mit 8 Gängen. Natürlich sind die Außenmaße auch nicht zu vergessen. - Kürzer, schmaler und niedriger.

Es gibt noch sehr viele Punkte aufzuzählen, die uns zu Carthago gebracht haben. Spannend wird es allerdings, ob die Euphorie auch in der Realität stand hält. - Wir werden berichten.

Der nächste Schritt

Vier Monate sind in der Zwischenzeit seit der Bestellung im November 2017 vergangen. Unser Carthago wurde nun in der 10. Woche 2018 in Aulendorf zusammengebaut.
Eine Werksbesichtigung hatten wir zum 16. März (11. Kalenderwoche) geplant. Warum wir 'unser' Fahrzeug dann doch nicht in der Produktion sehen konnten, hatte vielerlei Gründe. Auf Nachfrage wurde uns mitgeteilt, dass ein Carthago innerhalb eines Werktages fertig gestellt werden kann. Auch auf andere Detailfragen erhielten wir keine Antworten. - z.B. Welches Multimedia-Center eingebaut wurde..

Wahrscheinlich sind wir bei Robel, Dopfer und auch bei Phoenix mit diesem persönlichen Service verwöhnt worden? Egal, wir haben einen sehr guten Eindruck aus der Produktionsstätte in Aulendorf mitnehmen können. Eine durchdachte Fertigung, einen kompetenten Möbelbau und viele Qualitätskontrollen durften wir in Augenschein nehmen. Wir sind noch immer überzeugt einen guten Schritt gemacht zu haben.
In vier bis fünf Wochen soll das Reisemobil komplett ausgestattet zur Abholung bei unserem Händler bereit stehen.
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Jenny und Stephan konnten ihren S-Plus 55 XL bereits beim Händler inspizieren

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Diesen Ausflug haben wir genutzt um auch das Erwin Hymer Museum im nahen Bad Waldsee zu besuchen. Diese Präsentation hat uns ebenfalls gut gefallen, was wir von den heutigen Hymer-Reisemobilen nicht behaupten können.

Schritt zwei bis drei

...heute, am 10.4.2018 haben mich einige Fotos von unserem Carthago erreicht. Er steht nun in Aldenhoven bei unserem Händler. Jetzt warten noch einige wenige Einbauten auf die komplette Fertigstellung. Ich bin gespannt, ob der Termin zum Ende April gehalten wird! Unter anderem soll noch ein gummierter LPG-Tank eingebaut werden, eine Tankgasflasche, einen Gasaussenanschluß, eine Büttner-Solaranlage, ein Fahrradständer in der Garage und ein Aussenanschluss für eine externe Antenne werden noch eingebaut.

Stand 23. April 2018:

...es war leider zu erwarten. - Der Boom in der Reisemobilbranche ist für Kunden kein Zuckerschlecken. Überdimensionierte Wartezeiten auf die Fertigstellung der letzten Details mit anschließender Übergabe vom Händler lassen Frust aufkommen. Der im Kaufvertrag bereits als unverbindliche Ausliefertermin wird wegen zu guten Verkaufszahlen nicht eingehalten. Was bedeutet, dass nicht einmal die Bekanntgabe eines voraussichtlichen Übergabetermins bereit gestellt wird. Natürlich sieht man nur seinen Vertragspartner und grollt mit ihm. Meine Recherchen ergeben allerdings eine weit verbreitete Situation in der gesamten Branche. Nach Vorne Hui, nach Hinten Pfui! Unsere gesamte Frühjahrsplanung ist damit über den Haufen geworfen.

Stand 25. April 2018:

...nun habe ich einen Übergabetermin per Email und die Schlußrechnung erhalten. Am 17. Mai 2018 werden wir das Fahrzeug (hoffentlich) erhalten.

Es ist endlich soweit!

...am 17. Mai hat die Vereinigung mit dem Carthago geklappt. Eine etwas holprige Übergabe, aber dann konnten wir am Nachmittag die ersten 300 Kilometer bis ins Emsland fahren. Das erste Gefühl in der 'Kiste' ist gut. Der IVECO hat nicht enttäuscht!
In den nächsten Tagen räumen wir den Hausstand ein und dann gehen wir auf Probefahrt. Wir werden weiterhin berichten.
Vom 29. Mai 2018 bis zum 23. Juni 2018 machen wir eine Probefahrt mit dem Carthago - Gespann nach Italien. Rund 3500 Kilometer testen wir die komplexe neue Technik.

Heute ist der 27. Juli 2018. Nun kann ich das erste Fazit über den Carthago S-Plus auf Iveco-Basis ziehen. Natürlich gehört auch die gemachte Erfahrung mit dem Händler dazu. Hier will ich auch beginnen.
Leider hat sich der erste positive Eindruck, den wir vor dem Kaufvertrag gemacht haben, in der Abwicklung nicht bestätigt. Keine Termintreue, sehr schlechte Betreuung und technische Mängel in den Nachrüstungen durch den Händler. Wir sind absolut enttäuscht! Man sollte bereits im Vorwege genauer hinschauen, ob die Gesamtleistung den Erwartungen entsprechen kann! Hier hilft auch kein guter Internetauftritt, wenn die einfachsten Dinge wie eine zeitnahe und verbindliche Kommunikation mit dem Kunden und fachliche Genauigkeit nicht stimmig sind.

Subjektiv können wir feststellen, dass der Carthago im Stand ein schönes, ja prachtvolles Reisemobil ist. Der moderne Möbelbau gefällt uns sehr gut, die technische Ausrüstung ist gut implantiert und funktioniert. Im Bad ist der Toilettenraum etwas klein geraten, das wussten wir aber. Die Dusche ist dafür komfortabel und praktisch. Die Längsbetten haben nach vielen Nächten positiv überzeugt. Die Matratzen passen zu uns und müssen nicht ausgetauscht werden. Auch der Kühlschrank funktioniert gegen unsere Erwartungen gut. Die Küche ist von Praktikern gestaltet worden, auch hier überzeugt uns der Möbelbau und die technischen Details. Die Sitzgruppe ist sehr bequem und lädt zum Verweilen ein. Das Lichtkonzept ist das beste, was wir bisher in den anderen Reisemobilen erlebt haben. Toll! Die Fussbodenheizung, die wir zuerst gar nicht entdeckt haben, arbeitet sehr effizient, überhaupt freuen wir uns erneut über die Alde Heizung.

Wir könnten weitere positive Anmerkungen machen, wollen uns aber jetzt dem Iveco-Chassis zuwenden. Der 3.0 Liter Motor läuft kultiviert und mit der ZF-Automatik gar hervorragend! AdBlue mußten wir bereits 25 Liter nachtanken, was allerdings durchaus normal ist, da man 0,5 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Der Dieselverbrauch schwankt zwischen 13,5 bis 16,5 Liter auf hundert Kilometer. Das Fahrwerk enttäuscht. Hinten Vollluftfederung ist komfortabel und gut. Die Vorderachse ist trotz VB-Zusatzluftfederung viel zu hart und schlägt bei Querrillen voll durch. Hier suchen wir noch nach einer Abhilfe und fahren damit zu Carsten Stäbler. Auch im Anhängerbetrieb überzeugt das Reisemobil.

Ausfälle:
Bereits nach  wenigen Kilometern fing das Alde Bedienteil an zu 'spinnen'. Man konnte keine Einstellung vornehmen, denn es tat was es wollte. Trotz 500 Kilometer Umweg haben wir tollen Service bei Alde Deutschland erhalten. Das Bedienteil wurde auf Garantie komplett ausgetauscht und fertig.
Der erste Regen erwischte uns in Augsburg. Hier durften wir feststellen, dass eine Undichtigkeit am Heck vorhanden ist, unsere Betten wurden gewässert. Auch den Carthago-Service möchte ich positiv erwähnen. Obwohl wir keinen Termin hatten, wurden wir sofort bedient und die komplette Rückwand wurde neu eingedichtet. Wahrscheinlich ein Fehler während der Herstellung. - Allerdings mußten wir erneut einen Umweg in Kauf nehmen. - 300 Kilometer, da es abseits unserer Route lag und drei Tage weniger Urlaub.
Nach vielen Kilometern nach Italien und zurück kam dann der nächste Schreck. Mit einem lauten Knall verabschiedete sich unsere Hubstützenanlage. Ein Schlauch ist mit 160 bar geplatzt. Natürlich ist es wieder fast Wochenende. Nach einigen Telefonaten durften wir am Samstag zu E&P nach Elsdorf fahren, wo man uns hervorragend bediente. Wir sind von dieser Firma begeistert. Hier stellte man fest, dass ein Schlauch mit Schutzrohr nicht richtig verlegt wurde und so auf der Kardanwelle lag und durchgescheuert wurde. Auch erfuhren wir, dass man uns eine zu kleine E&P Hubstützenanlage eingebaut hatte!!! Was folgte waren viele unangenehme Emails und Telefonate sowie nach einigen Wochen Wartezeit der kostenlose Umbau bei unserem Händler. Obwohl wir ausdrücklich diese Option von Carthago (Bestellcode und Preis von Carthago im Vertrag) bei der Herstellung einbauen lassen wollten, hat der Händler diesen Einbau selbsttätig durchgeführt. Dadurch ist die Pumpenstation im Stauraum montiert worden und nicht, wie parallel bei unseren belgischen Freunden, unterhalb am Fahrwerk in einem Kasten installiert. Damit wurde uns auch noch Stauraum genommen! Diese Willkür ohne Absprache mit seinem Kunden ist ein Vertragsbruch und reicht für eine Wandlung des Kaufvertrages aus! Diesen Ärger und eine lange Zeit ohne Reisemobil wollten wir aber nicht. Nun sind wir auf der Suche nach einem besseren Partner.

Nun denken wir, dass wir mit der Technik durch sind und wir freuen uns auf den nächsten Ausritt.
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